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30. November 2011

Wald des Schreckens: Erste große Aktion zur KAV-Befragung

Quelle: HG II

Mit dem Slogan „Euer Wald des Schreckens! Das muss man gesehen haben – erstmals im SMZ-Ost“ wurden die hausspezifischen Angaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der aktuellen Befragung veröffentlicht. So wie alle Bediensteten des Krankenanstaltenverbundes hatte auch hier die Belegschaft die Möglichkeit, ihre Antwort auf die Frage „Was müsste sich für dich ändern, damit der Arbeitsdruck sinkt?“ zu geben.


In teilweise seitenlangen Ausführungen beschrieben die Mitarbeiter ihre Arbeitssituation, identifizierten Hürden oder nannten aus ihrer Sicht die zu Arbeitsdruck führenden Umstände. Das Gesamtergebnis ist aufgrund der andauernden Auswertung durch das Meinungsforschungsinstitut IFES noch ausständig. Insgesamt wurden mehr als 3000 Bögen abgegeben, die gerade aufgrund des qualitativen Befragungsteiles (der frei zu formulierenden Antworten) eine gewaltige Menge an Datenmaterial aufweisen.


Trotzdem hatten die MitarbeiterInnen vor Ort zwei Tage lang die Möglichkeit, durch den „Wald des Schreckens“ zu wandeln. Auf meterhohen, durch Aktionswürfel dargestellten Bäumen, fanden sich Zitate von Aussagen, Ideen und nicht bestreitbaren Tatsachen wieder, die im Zuge der Befragung im SMZ-Ost erhoben wurden. Hier ein kleiner Auszug:

- „Viele unbezahlte Überstunden, die man nicht schreiben darf, da das Kontingent erschöpft ist“
- „ Wozu gibt es Personalberechnungsprogramme, wenn sich trotz steigender Arbeitsbelastung und Arbeitsaufwand der Personalstand nicht ändert???“
- „Wenn man krank ist möchte man mit gutem Gewissen in den Krankenstand gehen können ohne schlechten Gewissen den Kollegen gegenüber.“
- „Bei Konflikten mit dem Patienten sind immer die Mitarbeiter die Verlierer – wir brauchen einen Vorgesetzten der hinter uns steht!!!!!“
- „Aufgrund von Personalmangel stehen wir unter Zeitdruck – schon im vorhinein zu wissen das Fehler dadurch entstehen können, macht zusätzlich Druck!!!“
- „Die Stimmung ist von Anfang an, sprich schon bei der Dienstübergabe, schlecht, da wir wissen, dass wir zu wenig sind und wir nicht mehr können.“
- „Ich möchte mich auf meinen Arbeitstag freuen können und nicht Angst haben müssen“
- „Die Dokumentationsflut nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, wobei vieles dokumentiert wird, was sich keiner anschaut, bzw. vieles doppelt und dreifach dokumentiert wird, viele wichtige Tätigkeiten bleiben deshalb auf der Strecke“
- „Man kann während des Diensts oft nicht einmal aufs WC gehen.“
- „Man wird für gute Leistungen nicht gelobt nur bei Fehlern wird man beschuldigt!“
- „Zwischenmenschlicher Umgang zw. Basis und Führungskräften lässt zu Wünschen übrig, keine Wertschätzung, immer nur Kritik!“
- „Zu wenig Zeit um aufs WC zu gehen oder etwas zu trinken.“
- „Besseres Arbeitsklima, denn wenn man weiß, dass das, was man tut, auch geschätzt und gewürdigt wird, arbeitet es sich auch leichter.“
- „Sparen am falschen Ort hilft niemandem, eher das Gegenteil.“

Insgesamt besuchten 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den „Wald des Schreckens“, die sich einerseits positiv über die gebotene Transparenz äußerten, aber auch schockiert über die lesbaren Missstände und Belastungen der Belegschaft zeigten. Der Wunsch nach Veränderung und einem „wachrütteln“ gewisser Personen wurde mehrfach an diesem Tag geäußert. Ganz besonders aber nach mehr „Zeit für Menschlichkeit“!

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