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18. April 2012

MitarbeiterInnen des KAV müssen entlastet werden

IFES-Befragung im Rahmen der Gesundheitskampagne der HG II zeigt dringenden Handlungsbedarf

"Die MitarbeiterInnen des Wiener Krankenanstaltenverbandes brauchen dringend Unterstützung und Entlastung", erklärte heute Mittwoch der Vorsitzende der Hauptgruppe II in der GdG-KMSfB (Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe), Bernhard Harreither, im Rahmen einer Pressekonferenz. Die erste notwendige Maßnahme: "Der KAV braucht 80 zusätzliche StationssekretärInnen für die Wiener Spitäler."

"Die Dienstposten für diese 80 neuen MitarbeiterInnen wären vorhanden - nun muss die Führung des KAV sie dringend mit Leben erfüllen", forderte Harreither. Eine Umfrage des IFES im Rahmen der Gesundheitskampagne "Zeit für Menschlichkeit" zeigt dringenden Handlungsbedarf. Harreither: "Vor allem der Personalmangel macht den MitarbeiterInnen zu schaffen. In den belasteten Bereichen gibt es entweder zuwenig Personal oder eine enorme Leistungsverdichtung."

"Auch die Zunahme an bürokratischen Aufwand nimmt Zeit für die direkte Patientenversorgung. "Hier hat die Entlastung durch den Einsatz von StationssekretärInnen für die Gewerkschaft höchste Priorität und ist sofort umsetzbar", so Harreither weiter. Eine Verschlechterung sei auch, dass im Fall einer Schwangerschaft eine strengere Handhabung bezüglich eines vorzeitigen Beschäftigungsverbots besteht. "Bei derzeit rund 400 schwangeren Kolleginnen im Pflegedienst hat diese Änderung durchaus Auswirkungen auf den täglichen Betrieb", sagte Harreither.

Ein anderes Problem ergibt sich im Bereich der Geriatrie. Harreither: "Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt bei mehr als 50 Jahren. Nach so vielen Arbeitsjahren steigen natürlich auch die krankheitsbedingten Abwesenheiten. Dadurch stimmen mitunter die Dienstpläne, aber es fehlt an realen Personen."

Alarmierend ist auch ein weiteres Studienergebnis (Aggression und Gewalt in Krankenhäusern und Geriatriezentren; Dr. Dorfmeister, Dr. Stefan) innerhalb des KAVs. Harreither: "78 Prozent der Befragten sind schon Opfer von Aggression und Gewalt geworden." Besonders in den Bereichen Psychiatrie, Unfallchirurgie, Notaufnahmen und Geriatrie kommt es laut Studie immer wieder zu körperlichen Übergriffen gegen das Personal. "Das ist den KollegInnen nicht zumutbar. Sie müssen geschützt werden" so Harreither.

Ein weiterer wesentlicher Grund für Arbeitsbelastung ist die Zahl der Gangbetten in den Spitälern. "Allein in den Monaten Jänner und Februar waren es insgesamt mehr als 6.700. Das ist für die PatientInnen genauso wie für das Personal schlichtweg unmenschlich", stellte Harreither klar. Grund für die Überbelegung seien einerseits die steigende Zahl an Rettungszufahrten und andererseits Probleme, Patienten aus den Spitälern in den extramuralen Bereich zu entlassen. "Hier werden alle Partner im Gesundheitswesen bei der Lösung gefordert sein und ihren Teil zur Entlastung der Spitäler leisten müssen", erklärte Harreither, die in diesem Zusammenhang auch eine Reform der Arbeitszeitregelung speziell für ältere MitarbeiterInnen fordert.

Hier gibt es die Presseunterlagen und die Auswertung der Qualitative Auswertung einer schriftlichen Befragung als PDF-Datei:
IFES Studie: Qualitative Auswertung einer schriftlichen Befragung - ZFM
Presseunterlagen der Pressekonferenz vom 18.April 2012

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