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10. April 2012

"Personal stößt an Grenzen"

Mit dieser Überschrift weist die Kronen Zeitung unter Redakteur Michael Pommer auf die Situation des Personal im Wiener Krankenanstaltenverbund hin. "Zu viele Kranke, kaum Pausen, brutale Patienten - schon der Hilferuf aus der KFJ-Klinik macht deutlich, wie sehr man als Arzt, Schwester, Pfleger & Co. bei der eigenen Gesundheit über Leichen gehen muss, um seinen Job ausüben zu können." So klare Worte wurden medial selten für den Arbeitsalltag des Personals gefunden und unterstreichen die Forderungspunkte der Kampagne "Zeit für Menschlichkeit". 

Auslöser für die Berichterstattung war eine "Gefährdungsanzeige" der Unfallchirurgischen Abteilung im Wilhelminenspital. Diese verwies vor allem auf die zunehmenden Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Patientenversorgung durch eine eklatante Zunahme der Gangbetten und erreichte die Kronen Zeitung (ähnlich wie eine Gefährdungsanzeige des Kaiser Franz Josef Spitals) Die Gangbettenproblematik wird auch von der Führung des Wilhelminen Spitals nicht geleugnet. Das war nicht immer der Fall und bestätigt nun auch medial die Wahrnehmung der Beschäftigten in allen Schwerpunktkrankenhäusern des KAV. In Anbetracht der teilweise katastrophalen Versorgungssituation nimmt sich dabei der Forderungspunkt nach einer "Zumutbarkeitsgrenze" für Gangbetten überaus bescheiden aus.

Für die Belegschaft steht dabei die Sorge um die zu versorgenden Patientinnen und Patienten im Vordergrund. So zitiert die Krone aus der Anzeige wie folgt: "Die Unterbringungssituation für zum Teil schwer kranke Menschen muss zum einen als menschenunwürdig, zum anderen als überaus gefährlich beschrieben werden." Es muss sich erst zeigen, ob Gegenmaßnahmen des KAV wie Verlegung der Patienten, Reduzierung planbarerer Operationen oder Bettenkontingente im evangelischen Krankenhaus die Unfallchirurgische Abteilung im Wilhelminenspital entlasten können. Gesamt wird es dadurch nicht zu einer Entspannung kommen.

Die Beschäftigten sind daher mit ihrer Kampagne "Zeit für Menschlichkeit" und der klaren Forderung nach einer Senkung des Arbeitsdrucks am absolut richtigen Weg. Die akuten, KAV-weiten Belastungssituationen müssen umgehend durch den Arbeitgeber behoben werden - ob durch Personalvermehrung, Änderungen im Bettenmanagement oder nach gesamtstrategischen Lösungen (wie zum Beispiel Verbesserung der weiteren Zusammenarbeit Rettung, KAV, private Spitäler).

Für die Beschäftigten, für die Patienten, für unsere Gesundheit.

Der Artikel der Kronen Zeitung vom 7. April 2012 als PDF-Datei...

Der Artikel der Kronen Zeitung vom 8. April 2012 als PDF-Datei...

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